Das Sri Lanka Projekt fand im Rahmen einer künstlerischen Forschungsresidenz Anfang 2026 statt.
Es entwickelte sich nicht aus einem festen Plan, sondern aus einem Prozess des Eintretens – in Klang, in Kontexte, in Beziehungen.
Im Zentrum stand eine einfache, aber anspruchsvolle Frage:
Was geschieht, wenn Musik nicht als Produkt, sondern als Präsenz verstanden wird?
Zwischen Ritualen, Proben, Gesprächen und Aufführungen zeigte sich Musik als sozialer Raum – ein Raum, der Aufmerksamkeit, Differenz, Erinnerung und Austausch trägt. Kein neutraler Raum und kein gleicher Raum, sondern einer, in dem Hören zu einer aktiven Handlung wird.
Anstatt zu definieren oder abzuschliessen, bewegte sich dieses Projekt zwischen Beobachtung, Teilnahme und Zusammenarbeit. Es bleibt sich seiner eigenen Position bewusst: zeitlich begrenzt, durch Begegnung geprägt und im Ergebnis offen.
Die Arbeit entwickelte sich aus dem Hören.
Hören von Musikerinnen und Musikern, von Kontexten, von in Praxis eingeschriebenen Geschichten.
Hören als Form der Aufmerksamkeit, die es ermöglicht, Differenz bestehen zu lassen, ohne sie vorschnell auflösen zu müssen.
Improvisation wurde dabei zu einer zentralen Methode – nicht als strukturlose Freiheit, sondern als ein Aushandeln von Präsenz im Moment. Ein Raum, in dem individuelle Stimmen aufeinandertreffen, sich reiben, verbinden und verändern.
Musik schafft in diesem Sinne temporäre Räume gemeinsamer Erfahrung.
Diese Momente lösen bestehende Unterschiede nicht auf, sondern machen sie wahrnehmbar und verhandelbar.
Die Residenz bewegte sich auf mehreren Ebenen:
Parallel dazu wurde ein fortlaufendes Journal geführt, das Eindrücke, Fragen und Verschiebungen in der Wahrnehmung festhält.
Was daraus entstand, ist keine einzelne Erzählung, sondern ein Geflecht von Erfahrungen – fragmentarisch, vielschichtig und miteinander verbunden.
Die Residenz führte zu neuen Kooperationen und Aufnahmen und bildet die Grundlage für das Projekt Presence – Meeting in Sound.
Diese Arbeiten sind keine Dokumentation der Residenz, sondern ihre Fortsetzung.
Sie tragen Spuren der Begegnungen, des Hörens und der Aushandlungsprozesse, aus denen sie hervorgegangen sind.
Das Projekt bleibt offen. Seine Ergebnisse sind nicht abgeschlossen, sondern setzen sich in zukünftigen Aufführungen, Veröffentlichungen und Kooperationen fort.
Dieser Abschnitt versammelt ausgewählte Bilder, Konzertmaterialien und Fragmente der Reise.
Sie versuchen nicht, das Ganze abzubilden, sondern geben Einblicke in Situationen und Umgebungen, in denen die Arbeit entstanden ist.
Während der gesamten Residenz wurde ein detailliertes Tagebuch geführt.
Es verfolgt den Prozess Tag für Tag – durch Begegnungen, Reflexionen, Unsicherheiten und Momente der Klarheit.
Dieses Projekt wurde durch die Unterstützung, das Vertrauen und die Offenheit von Partnern, Institutionen und Gastgebern in Sri Lanka und der Schweiz ermöglicht.
Ohne diese Beziehungen wäre das Projekt nicht denkbar und möglich gewesen.
Förderung und Unterstützung
Pro Helvetia
Aargauer Kuratorium
Stadt Bern
Stiftung Dialog Basel
Burgergemeinde Bern
Partnerinstitutionen in Sri Lanka
Swiss Embassy Colombo
University of the Visual and Performing Arts (UVPA), Colombo
Department of Instrumental Music, Faculty of Dance and Drama (UVPA)
Muslim Choral Ensemble (MCE)
Alliance Française Colombo
Goethe-Institut Colombo
Iranian Cultural Centre Colombo
Ein besonderer Dank gilt den künstlerischen Partnern vor Ort, insbesondere Pamalka Manjitha Karunanayake, deren Zusammenarbeit den künstlerischen Prozess wesentlich geprägt hat.



